Die Gesundheitsexpertin im México-Stress

Es ist so ruhig bei der Gesundheitsexpertin. Ist sie etwa krank? Verschwunden? Hat sie es aufgegeben, nach den neuesten Medizin News zu suchen? Oder musste sie etwa abtauchen????

Aber nein, nichts von alledem. Die Gesundheitsexpertin weilt gerade wieder in Ihrer ersten, pardon: zweiten Heimat México, weil sie im Dezember festgestellt hat, dass sie vor 8 Jahren vielleicht doch einen kleinen Fehler begangen hat, als sie zurück nach Deutschland kehrte…..

Da jedoch nichts für ewig ist und das Leben viele Möglichkeiten und Wege bietet und es einem auch mal verzeiht, wenn man sich vertut, wird sie also einen neuen Versuch starten und ist daher gerade auf der Suche nach einer guten Position in der größten Stadt der Welt (oder nicht mehr? Naja, 22 Millionen reichen auch….). Aus diesem kühnen Grunde bleibt verständlicherweise weniger Zeit für den Blog, denn die Gesundheitsexpertin ist unterwegs, frischt alte Kontakte auf und knüpft neue, sondiert das Umfeld und bereitet sich seelisch auf große Veränderungen vor (so sie denn eintreten sollten).

Einzig ein großer Wermutstropfen bleibt und verfolgt die Expertin Tag und Nacht: Herr Hund ist nicht mit von der Partie.  Es reicht schließlich, wenn er sich einmal den Monsterflug antut und daher ist er in allerbester Obhut bei seiner Nanny und freut sich, seinen Spielkameraden mal wieder zu sehen.

Die Gesundheitsexpertin bittet daher die geneigte Leserschaft um Verständnis für die besonderen Umstände und hofft auf ein baldiges Wiederlesen.

Viele herzliche Grüße aus México und bleiben Sie gesund!

Immer mehr Kaiserschnitte

Im Jahr 2007 wurden in den USA 32% aller Geburten durch einen Kaiserschnitt (Sectio cesarea) beendet, das ist die höchste Rate die jemals in den USA berichtet wurde. Auch für Deutschland gilt: jedes dritte Kind kommt inzwischen auf dem operativen Wege zur Welt. Das ist doppelt so viel wie noch 1991.

Die Zahlen aus den USA stammen aus dem Center for Disease Control and Prevention. Sie belegen außerdem, dass die Rate bei Frauen afroamerikanischer Herkunft (34%) und europäischer Herkunft (32%) am höchsten ist.

Was sind die möglichen Gründe? Die Wissenschaftler erklären zunächst, es läge zumindest nicht an der höheren Frühgeburtsrate. Aber die Gebärenden werden zunehmend älter und bei Frauen über 40 Jahren liegt dann auch der Anteil des Kaiserschnittes bei 48%. Ein überraschendes Ergebnis ist weiterhin, dass offenbar auch die Angst vor Schadensersatzklagen bei der Indikationsstellung zur Sectio eine Rolle spielt. In einer Umfrage gaben 63% der Gynäkologen (in den USA) an, dass sie sich dadurch beeinflussen ließen.

Auch in Deutschland ist dies offenbar ein wichtiger Punkt. Ärzte raten zunehmend zur Entbindung per Sectio, weil sie auf diese Weise rechtlich abgesichert sind, da die Frau vor der Operation einen Einwilligungsbogen unterschreiben muss. Damit bestätigt sie, dass sie über alle Risiken des EIngriffs aufgeklärt wurde.

Die Entbindung per Sectio bei älteren Gebärenden ist eine Sache und sicher nimmt auch die Zahl der Wunschkaiserschnitte zu. Darüber hinaus scheint es aber den Trend zu geben, dass Ärzte ihre medizinischen Indikationen von rechtlichen Absicherungen abhängig machen. Warum ist das so? Sind die Menschen klagefreudiger geworden oder nimmt tatsächlich die Zahl der Kunstfehler zu? Vielleicht liegt es auch daran, dass Ärzte heutzutage nicht mehr die (Halb-)Götter in Weiß sind, die sie früher waren. Die Patienten sind aufgeklärter, informieren sich (zunehmend auch im Internet) und gehen möglicherweise kritischer mit Arzt und Behandlung um. Daran ist zunächst nichts Negatives. Es darf jedoch nicht dazu führen, dass medizinische Indikationen auf Basis aus Angst vor Klagen gestellt werden und diese unter dem Deckmäntelchen der medizinischen Notwendigkeit gerechtfertigt werden.

Antidepressiva als Risikofaktor für Katarakt?

Zu den am häufigsten verschriebenen Antidepressiva zählen die Medikamente aus der Gruppe der so genannten SSRI (selective Serotonine Repuptake Inhibitor, also selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer). Laut einer Studie könnte die Verabreichung dieser Mittel das Risiko für die Entwicklung einer Katarakt (Linsentrübung am Auge, auch grauer Star) erhöhen.

Das Design: in einer Fallkontrollstudie wurden die Daten von insgesamt 18.784 Patienten und 187.840 Kontrollen zwischen den Jahren 1995 bis 2004 erhoben. Die Diagnose einer Katarakt wurde durch einen Augenarzt gestellt.

Die Ergebnisse: die Gabe von Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI könnte das Risiko, eine Katarakt zu entwickeln, erhöhen. Dabei wurden für die einzelenen Mittel unterschiedliche Signifikanzen ermittelt. So lag das Risiko am höchsten für den Wirkstoff Fluvoxamin (1,39), dann folgten Venlafaxin (1,33) und Paroxetin (1,23). Die Ergebnisse wurden bezogen auf eine Kataraktoperation.

Die Wissenschaftler selbst sind jedoch nicht von der Kausalität überzeugt. So wurde zum Beispiel das Rauchen nicht in die Analyse mit einbezogen. Rauchen gilt als etablierter Risikofaktor für eine Katarakt. Ebenso könnte es natürlich sein, dass die Patienten erst den grauen Star bekamen und aufgrunddessen eine Depression entwickelten.

Auf der anderen Seite, so die Forscher, würde das nicht erklären, warum das Risiko für die verschiedenen Wirkstoffe unterschiedlich sei und außerdem von der Dauer der Therapie abhängig war.

Unzweifelhaft sind Studien ein wertvolles und probates Mittel, um Kausalität zwischen zwei Faktoren zu ermitteln und somit Risikofaktoren auf die Spur zu kommen. Am Beispiel dieser Studie wird jedoch deutlich, wie schwierig es ist, alle Faktoren zu berücksichtigen, die möglicherweise auch einen Einfluss auf die Krankheit haben könnten. Dazu können natürlich auch Lebensgewohnheiten gehören, die bis dahin noch gar nicht als Risikofaktor identifiziert wurden und daher auch nicht in der Analyse beachtet werden. So sollte die Interpretation derartiger Ergebnisse immer mit Vorsicht erfolgen und es bleibt abzuwarten, ob es zu diesem Thema in der nächsten Zeit noch weitere Hinweise geben wird.

Hat der BMI ausgedient?

Jahrelang war der Body Mass Index (BMI) im wahrsten Sinne des Wortes das Maß aller Dinge. Berechnet wird er mit der Formel Gewicht durch Körpergröße (in Metern) zum Quadrat. Wer einen BMI von 19 bis 25 hatte, ist danach im Bereich des Normalgewichtes. Ein BMI unter 19 weist auf Untergewicht hin, während ein BMI über 25 ein Übergewicht signalisiert.

Dass man mit dem BMI ein zu viel oder zu wenig an Gesicht bestimmen kann, steht außer Frage. Doch die daraus resultierenden Risiken für verschiedene Erkrankungen können laut aktuellen Studien mit dem BMI keineswegs abgeschätzt werden.

Zunächst, und auch das ist nicht neu, gibt es „gutes“ und „schlechtes“ Fett. Das „gute“ Fett befindet sich an den Oberschenkeln, Hüften und Gesäß und ist kein Risikofaktor für die gefürchteten Herz-Kreislauferkrankungen. Im Gegensatz dazu ist das am Bauch befindliche, „schlechte“ Fett ein Risikofaktor für die genannte Erkrankung und obendrein würden von dort schädliche Stoffe und Entzündungsfaktoren in den Körper abgegeben werden.

Zum anderen kann der BMI Wert natürlich nicht unterscheiden zwischen Muskel- und Fettmasse, denn es geht ja nur um das Gewicht. Wer also regelmäßig Sport treibt und damit seine Muskelmasse erhöht, der hat vielleicht auch einen höheren BMI. Dieser lässt sich dann aber nicht auf das Fett- sonder auf die Muskelmasse zurückführen.

In einer deutschen Studie wurden daher 10.652 Probanden über 3,3 bzw.  8,5 Jahre beobachtet. Neben dem BMI wurde auch andere Werte erfasst, unter anderem der Hüftumfang und das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang sowie das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße (WHtR). Endpunkte waren die cardiovaskuläre Mortalität (also der Tod durch eine Herzkreislauferkrankung), die allgemeine Mortalität sowie ein gemeinsamer Endpunkt bestehend aus Tod durch ein cardiovaskuläres Ereignis, Schlaganfall und Herzinfarkt.

Die Ergebnisse: es wurde ein positiver Zusammenhang festgestellt zwischen dem WHtR-Wert und dem gemeinsamen Endpunkt. Der BMI hingegen ließ eine solche Schlussfolgerung nicht zu. Die Wissenschaftler schließen aus den Ergebnissen, dass der WHtR-Wert die beste Möglichkeit ist, um das Risiko abzuschätzen, an einer Herz-Kreislauferkrankung zu sterben.

Dies ist in jedem Falle eine gute Nachricht für all diejenigen, die sich bisher immer über Ihren hohen BMI geärgert haben. Etwas mühsam erscheint es schon, dass die moderne Wissenschaft immer alles in Formeln und Zahlen ausdrücken muss. Auf der anderen Seite können dadurch Anhaltspunkte gegeben werden. Natürlich muss auch ein hoher WHtR Wert nicht zwangsläufig zum Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankung führen und wie immer im Leben gibt es auch noch andere Risikofaktoren, die mit eingerechnet werden müsssen (z.B. Rauchen). Aber mit dem WHtR geben uns die Forscher einen nach neuesten Erkenntnissen besser geeigneten Indikator an die Hand.

Niedriger IQ als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zu den bekannten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen beispielsweise Übergewicht und Rauchen. Soweit, so bekannt. Nun kommt laut britischen Forschern noch ein weiterer hinzu: ein niedriger Intelligenzquotient (IQ) soll ebenfalls das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Im Rahmen einer Langzeitstudie über 20 Jahre wurden 1145 Männer und Frauen beobachtet. Der IQ wurde mittels etablierter Intelligenztests gemessen. Ferner werteten die Wissenschaftler Daten zu Körpergröße, Gewicht, Blutdruck, Tabakkonsum, körperlicher Aktivität, Bildung und Beruf aus. Das Ergebnis: nach dem Rauchen wurde ein geringer IQ (der nicht näher definiert ist) als zweitwichtigster Risikofaktor für die Entwicklung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gesehen.

Nun, alleine der IQ wird es wohl nicht sein, der das Risiko für cardiovaskuläre Erkrankungen in die Höhe treibt. Sondern vielmehr die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Zum Beispiel eine allgemein ungesündere Lebensweise, Rauchen, Ernährung mit Fast Food, also das Auftreten auch anderer Risikofaktoren. Vielleicht sind aber auch die Vorbeugungsmaßnahmen der Gesundheitspolitik nicht auf die Patienten abgestimmt. Denn wenn jemand nicht versteht, was oder warum er es tun soll, dann macht er es meistens auch nicht. Gleiches gilt für die Aufklärungsarbeit: versteht ein Patient nicht, dass eine Herz-Kreislauf-Erkrankung eine gefährliche Angelegenheit ist, dann hat er nicht das Interesse, etwas dagegen zu tun. Zumal, wenn dieses Etwas auch noch mit Einschränkungen in seinem täglichen Leben verbunden ist (beispielsweise Rauchstopp, gesündere Ernährung).

Wenn sich Ärzte hingegen Zeit nehmen für ihre Patienten (auch wenn das in der heutigen Zeit der wahre Luxus ist), sich einfühlen und „in einer Sprache“ mit ihnen sprechen, dann kann man vielleicht auch auf diesem Gebiet noch einiges an positiven Resultaten erzielen. Und vielleicht sollten sich auch die Aufklärungskampagnen der Gesundheitspolitik an mehrere Zielgruppen richten, damit jeder versteht, wie wichtig Vorbeugung ist und dass man jede Menge tun kann, um gesund zu bleiben. Dass das mit Kosten verbunden ist, ist klar. Klar ist aber auch, dass die Behandlung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen jährlich Unsummen verschlingt. Und vorbeugen war schon immer besser als behandeln. Und vielleicht erreicht man damit, dass der IQ in Zukunft nicht mehr der zweitwichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen ist.

Süßgetränke als Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine seltene vorkommende Krebsart, die jedoch
meist tödlich endet. Jährlich erkranken 15 von 100.000 Menschen in Deutschland an der bösartigen
Tumorerkrankung, eine wirksame Therapie gibt es bisher nicht. Der Tumor macht im Anfangsstadium
kaum Symptome und wenn man ihn diagnostiziert, ist es oft schon zu spät für eine Heilung.

Wissenschaftler haben sich nun auf Ursachenforschung begeben. In einer Studie werteten sie die
Daten von insgesamt 60.524 Singapor-Chinesen aus, die an einer großen Gesundheitsstudie teilnahmen.
Die Beobachtungsphase betrug bis zu 14 Jahren. In dieser Zeit wurden Informationen über den Genuss
von Softdrinks und Fruchtsaft gesammelt, ebenso wie über Lebensgewohnheiten, Ernährungsgewohnheiten
und Umwelteinflüsse.

Nach 14 Jahren wurden 140 Fälle eines Pankreaskarzinoms unter den Teilmehmern identifiziert.
Probanden, die 2 oder mehr Süßgetränke pro Woche konsumierten hatten danach ein statistisch
signifikant erhöhtes Risiko, an einem Pankreaskarzinom zu erkranken. Die Wissenschaftler schließen
daraus, dass der Genuss von Softdrinks ein unabhängiger Risikofaktor für das Entstehen des
Bauchspeicheldrüsenkrebses sein könnte.

Natürlich muss man auch hier wieder berücksichtigen, dass vielleicht noch andere Faktoren
Einfluss nehmen. Wer viele Süßgetränke konsumiert, hat möglicherweise auch sonst einen eher
ungesunden Lebensstil, neigt eventuell zu Übergewicht (was zu Diabetes mellitus Typ II führen kann,
dies wird ebenfalls als Risikofaktor für das Pankreaskarzinom diskutiert) oder
raucht (dies ist ein erwiesener Risikofaktor für den Pankreastumor).

Wenn es sich bei den Softdrinks wirklich um einen unabhängigen Risikofaktor handeln sollte dann bleibt
die Frage offen, warum nicht viel mehr Menschen an einem Pankreaskarzinom erkranken. Schließlich
werden weltweit jedes Jahr Unmengen an Softdrinks konsumiert und wie man weiß, gibt es zum Beispiel
die rot-weiße Flasche mit dem braunen Gesöff an jeder noch so entlegensten Ecke der Welt. Sicher ist
weitere Forschung auf diesem Gebiet vonnöten, aber ein interessanter Ansatz ist diese Studie allemal.

Otto erklärt den menschlichen Körper

Zum Wochenende heute mal wieder ein Schmankerl aus der Videoabteilung für meine lieben Leser/Innen. Neu ist der Clip wahrlich nicht, aber immer wieder sehenswert und auch nach dem 10. Mal anschauen noch lustig.

Tauchen Sie mit Otto Waalkes ein in die Vorgänge des menschlichen Körpers und bekommen Sie eine Ahnung davon, wie schwierig manchmal das Zusammenspiel der Organe sein kann….

Viel Spaß und Allen ein tolles, entspanntes und energiereiches Wochenende!